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Das politische Äquivalent des Krieges - die gewaltlose Aktion:
Gene Sharp
The Political Equivalent of War-Civilian Defense - German



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Published 1968

(Excerpt from "The Political Equivalent of War -- Civilian "Das politische Äquivalent des Krieges -- die gewaltlose Aktion," in Ekkehart Krippendorf, ed., Friedensforschung. Neue Wissenschaftliche Bibliothek, vol. 29, Soziologie, Cologne and Berlin: Kiepenhauer & Witsch, pp. 477-513. (Translation of "The Political Equivalent of War -- Civilian Defense.")

Excerpt:

Beseitigung der »Ursachen« des Krieges

Obwohl natürlich die Anstrengungen, Zustände zu beseitigen, die zum Krieg füh­ren, sehr nötig und wünschenswert sind, ist es doch sehr wahrscheinlich, daß sie allein nicht zur Abschaffung des Krieges führen, und zwar aus drei Gründen (i). Selbst in dem günstigsten Falle, daß es gelänge, Ursachen vieler künftiger Kriege zu beseitigen, würde das Problem immer noch übrigbleiben, wie in den gegenwärti­gen und zukünftigen Konflikten zu verfahren sei, deren Ursachen nicht beseitigt wurden (2). Es ist vielleicht nie möglich oder vielleicht auch gar nicht wünschens­wert, die menschliche Gesellschaft von Konflikten zu befreien. Max Weber betonte zum Beispiel: »... nicht auszuscheiden ist aus allem Kulturleben der Kampf .. . >Friede< bedeutet Verschiebung der Kampfformen oder der Kampfgegner oder der Kampfgegenstände oder endlich der Auslesechance und nichts anderes5.« Kon­flikte werden vielleicht weiterhin helfen, die menschliche Gesellschaft schöpferische und frei zu erhalten und Unterdrückung und Unrecht abzuschütteln. Manche be-deutenden internationalen Konfliktfälle - wie z. B. Mussolinis Angriff auf Äthiopien oder Hiders Absicht, die Tschechoslowakei zu annektieren - lassen sich durch lang­fristige Versuche, zukünftige Mißstände zu verhindern, nicht lösen (3). Die Mei­nung, daß Kriege von korrigierbaren Mißverständnissen verursacht werden, geht an der Tatsache vorbei, daß gegenseitiges Verständnis oder sogar Freundschaft nicht imstande sind, in internationalen Konflikten die echten Streitfragen hinwegzulä­cheln. Weiterhin kann wie im Falle der Nationalsozialisten ein volles Verständnis der Absichten eines Gegners den Konflikt sogar verschärfen und die Wahrscheinlich­keit eines offenen Kampfes noch erhöhen.

Pazifismus und einseitige Abrüstung

Der Begriff Pazifismus bezieht sich auf zahlreiche Glaubenssysteme von Personen und Gruppen, welche die Beteiligung an allen internationalen Kriegen oder Bürger-kriegen oder gewaltsamen Revolutionen ablehnen aus moralischen, ethischen oder...